Gedichte

Auf dieser Unterseite sind einige von mir verfasste Gedichte zu finden.

Abschnitte eines Lebens

-1-

Mein Leben,
Langweilig und alltäglich.
Aufstehen, Arbeiten, Schlafen.
Oft frag ich mich:
"Ist das alles? Ist das mein Leben?"
Menschen hinterher jagen;
Schreiben, Schreiben, Schreiben.
Immer war wer hinter mir her.
Nie ließ man mich in Frieden.
Immer hieß es:
"Komm mal her,
Ich brauch dich kurz."
Und wenn ich kam, kam ich nie fort.
Abends weggehn,
Spaß zu haben,
War nie drin, ich durft es nicht.
Wurd gedrillt von Morn bis Abend.
Hat nie ruh und musste eilen.
Denn Termin folgt auf Termin.
Wenn ich bat, Auszeit zu nehmen,
Bekam ich's nicht,
Denn ich musst eilen.
Wenn man nimmt alles zusammen,
Gibt's nicht viel zu sagen noch zu hörn. Denn Leben, das war Arbeit.
Und Arbeit, das war ich.

-2-

Eines Tages dacht ich mir:
Ich wollt nicht mehr, hat keine Lust.
Drum beschloss ich einfach abzuhauen.
Wie lang, ich wusst es nicht.
So sucht ich zusammen alles,
Was ich benöt.
Ließ nichts aus, packt alles ein.
Ich fuhr weit weg von alle dem
Was mich trieb zu dieser Tat.
Tag um Tag verging,
Ich fand kein Ziel.
Denn obwohl ich's wollt,
Ich kannt es nicht.
Plötzlich stand ich vor diesem Haus.
Es war recht klein und doch perfekt.
Ich sah es
Und ich wünscht es mit.
Ich fragt, ob es war ui mieten.
Welch ein Glück, man sagte 'Ja'.
Dort fühlt ich mich wohl,
Auch wenn's nicht lange war.
Denn auch wenn ich's nicht wollt,
Ich wusste es.
Bald musst ich fort
Zurück nach Haus.
Man würd' sich schon wundern,
Wo ich war,
Denn ich ward fort,
Mit einem mal.
Eins wusst ich mit Sicherheit:
Dies Ziel war schön, einfach wunderschön.
Ich würd's behalten
In meinem Kopf,
Denn hier war ich glücklich,
Ich wollt nicht fort.

-3-

Am nächsten Morgen,
Saß ich vor dem Haus:
In einem Stuhl,
Auf der Veranda.
Die Straße vor mir war wie leer gefegt
Und der Himmel von Wolken bedeckt.
Dennoch genoss ich die Zeit.
Ich wollt sie nicht missen, nicht allzu bald.
Auf einmal kam 'er' die Straße entlang.
Ich mustert ihn, wollt wissen, wer er war.
Sein Haar schimmert' golden im Morgenlicht,
Ich sah ihn, doch ich glaubt es nicht.
Ein Mann wie ihn
Hat ich noch nie gesehn.
Ich weiß es klingt,
Als wär's nicht war.
Doch ich kann sagen:
Genau 'so' es geschah.
Ich wusst im selben Augenblick,
Da er trat an mir vorbei:
Ich wollt ihn sehn,
Ein weiteres Mal.
Denn wenn er verschwänd für immer,
Dann wüsst ich nicht, was ich sollt tun.
Von da an saß ich Tag für Tag
Auf der Veranda vor meinem haus.
Mit der Hoffnung, dass er wiederkam
Und hoffend, dass er mich sah.

-4-

Ich musste warten
Weiter Tage lang.
Bis er kam die Straß entlang,
ein weitres Mal.
Er war schon im Begriff
Ein weitres Mal zu verschwinden.
Doch ich hielt in zurück,
Mit einem Satz aus meinem Mund.
Ich rief mit aufgeregter Stimme:
"Junger Herr, ich bitte Sie,
Ich lad sie ein
Zu einer Tasse Tee."
Der Mann blickt zurück zu mir.
Mustert mich und lächelt nett.
Ich glaubt mein Herz blieb stehn,
Als er kam zurück zu mir.
Ich machte große Augen
Als er nahm meine Hand.
Und hob sie an.
Und senkt sein Lippen drauf.
Ich ward gerührt,
Ein weitres Mal in seinem Bann.
Als er erhob sein kräftig Stimme:
"Aber gern, jung Madame,
Wir ihr wünscht.
Ich denk ein Tee tät gut,
Zu dieser Stund."
Ich war wie verzaubert
Als er betrat das Haus.
Der Tag wurd wunderschön
Ich wollt ihn nie vergessen.
Denn 'er' war hier bei mir.
Ich wollt ihn missen nie.
Ich spürt etwas zwischen uns.
Das ich nicht beschreiben könnt.
Mit keinem Wort.
Es war etwas,
In uns drin.
Ich spürt es
Ich mocht es sehr.

-5-

Es vergingen viele weitre Tage,
An denen er kam immer wieder.
Tag und Nacht,
Saßen wir zusammen.
Wir tranken Tee,
Scherzten,
Lachten
Und hatten Spaß.
Vergessen war all Sorg um Arbeit, Müh und Stress,
Denn 'er' war hier bei mir, und ich bei ihm.

-6-

Doch unser Glück sollt nicht ewig währen.
Denn ich musst zurück
Und ihn entbehren.
Der Abschied,
Der war schmerzlich herzlich.
Ich wollt es nicht
Doch ich musst gehen.
Ließ ihn zurück mit dem versprechen,
Ihm stets zu schreiben
Zurück zu kommen.
Ich sah den Schmerz in seinen Augen
Den auch ich spürt tief in mir.
Seufzend schloss ich alle Forten,
Gab zurück
Was ich lernte lieb zu haben.
Ich umarmt in ein letztes Mal
Versucht mir einzuprägen alles.
Nun war er da,
Der Moment des Abschieds.
Ein letztes Lächeln
Ein süßes Wort.
Und fort war ich von diesem Ort.
Doch behalten wird ich alles im Gedächtnis.
Das kleine Haus,
Die Veranda,
Und 'ihn'.
Denn dies alles vermochte mein Leben zu bereichern.
Half mir Abstand zu nehmen von diesem.
Mit einem stummen Lächeln
Und dem Versprechen.
Ließ ich ihn zurück.
Doch in mir ward das Wissen,
Brannte der stille Wunsch,
Zurück zu kehren ein weitres Mal.
Niemand wird finden mich,
Denn ich würd' seien hier
Ganz allein
Nur mit ihm.
Mein altes Leben,
Stress und Arbeit,
Sollt vergehn,
Doch bleiben in Erinnerung.
Denn ich würd wissen,
Es ist geschehn.
Ein neuer Abschnitt sollt beginnen.
Ein Abschnitt der sollt währen ewig.
Der gehörte nur dir und mir.

Augen

Zwei Augen in der Finsternis,
Sie starren mich an,
Kommen näher an mich ran,
Als wollten sie schauen in meine Seele hinein.

Was soll ich machen?
Weglaufen, Flüchten vor ihnen?
Mich ruhig verhalten wie bei Binden?
Was soll ich nur machen?

Doch da, sie halten inne,
Mustern mich wie vorher.
Fasziniert starre ich zurück,
Kann meinen Blick nicht abwenden von ihnen.

Was mache ich hier?
Wie kann es das geben?
Augen ohne Körper?
Oder trüget mich mein Blick?

Was sind das für Augen?
Rot schimmern sie mir entgegen.
Wie ist das möglich, solch eine Farbe?
Wo kommen sie her?

Doch da, sie verschwimmen.
Ihre Form wird immer unklarer.
Verwirrt blinzle ich.
Doch meine Augen spielen mir keinen Streich.

Jetzt sind sie ganz verschwunden, die Augen.
Aber ich bleibe hier im Nichts, in Finsternis.
Sag mir doch jemand, wie komme ich hier weg!
Weg von diesem Ort.

Doch da, meine Augen öffnen sich.
Hatte ich sie etwa geschlossen?
Habe ich geträumt?
Erträumt, was mir so echt erschien?